Vortrag von Sant Kirpal Singh, am 17. Oktober 1972, New Hampshire, USA

 

In der Bibel heißt es: Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Was bedeutet "Reinheit des Herzens"? Reinheit des Herzens bedeutet, dass euch kein anderer Gedanke in den Sinn kommt, als der an Gott und Gott allein – kein anderer Gedanke. Denn sie werden Gott schauen ... Das sind die Worte: Denn sie werden Gott schauen. Wenn kein anderer Gedanke in euch ist, als nur der an Ihn, den ihr sehen möchtet, dann, denke ich, lässt es genügend Raum für Sein Kommen. Wenn ein Raum voll unnötiger Dinge ist – Schmutz und anderem –, wie können wir dann von jemanden erwarten, dass er hereinkommt? So sagen alle Meister: "Wenn ihr Gott sehen möchtet, dann habt nichts anderes als Gott im Sinn, im Innersten eures Herzens." Das ist die wahre Reinheit des Herzens. Wenn sich irgendein Gedanke in uns erhebt, dann sollte es der des Dankes sein: Wir sollten Gott danken, dass Er uns Gott nahe gebracht hat. Dieser Gedanke sollte nicht beiseite geschoben werden. Aber was machen wir? In unseren weltlichen Gedanken vergessen wir Gott ganz und gar. Offen gesagt, im Denken an Gott sollten wir die Welt vergessen. Sogar der Gedanke an unseren Körper ist ein fremder Gedanke. Entweder ihr bleibt oder Er – sonst niemand. Gott ist allein, wisst ihr? Alle Schriften sagen, dass Er keine Eltern, keine Brüder, keine Schwestern hat – so möchte Er, dass jeder ganz allein zu Ihm kommt, nicht einmal mit dem Körper, nicht einmal mit dem Verstand. Offen gesagt, dies versteht man unter "Reinheit des Herzens". Könnt ihr mir folgen?

Du lebst in mir und ich lebe in dir. Was ist damit gemeint? Du lebst in mir und ich lebe in? – Dir, und sonst in niemandem. Wenn euch jemand immer im Sinn ist, im Innersten eures Herzens, wenn ihr ihn im Innersten eures Herzens behaltet, werdet ihr ganz von selbst im Innersten des Herzens von ihm sein, denn ihr denkt an ihn. Wie beim Radio; wie beim Fernseher. Wenn das Gerät nicht verschmutzt ist, wird alles sein wie von Angesicht zu Angesicht. Als Allererstes legen euch alle Meister die Reinheit des Herzens nahe. Ihr wisst, früher saßen die Menschen meist jahrelang zu den Füßen des Meisters, bevor sie etwas erhielten, mit dem sie beginnen konnten. Heutzutage wurde das Ganze sehr verkürzt. So sollte nichts anderes da sein, als Er allein. Wenn wir zu Ihm gehen, sollte Er in uns sein und ganz von selbst werden wir in Seinem Herzen sein.

Was versteht man unter dem Wort "Meditation"? Nichts anderes als das Zurückziehen unserer ganzen Aufmerksamkeit von außen und vom Körper unten, ist es nicht so? Mit unserer ganzen Aufmerksamkeit klopfen wir an die Tür. Wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit (darauf) richten, dann – hört Er es. Er wird das Abendmahl mit euch halten und ihr mit Ihm. So hängt alles von der Reinheit des Herzens ab.

Um Reinheit zu erlangen, können viele Dinge von Hilfe sein. Zuallererst: Ihr wollt ein blutbeflecktes Stück Stoff säubern. Ihr möchtet das Blut auswaschen. Könnt ihr es mit Blut wegwaschen? Nein. Mit Wasser. Nun, aus diesem Grund ist das Erste, das erforderlich ist, auf ehrliche Weise sein Geld zu verdienen, seht ihr. Jemand fragte mich, was der Ausdruck im Schweiße seines Angesichts bedeute. Niemals wollte ich damit sagen, dass man (körperlich) hart arbeiten muss, seht ihr. Es ist nicht notwendig (körperlich) hart zu arbeiten, aber das Geld sollte auf ehrliche Weise verdient werden; so wie ihr euer Geld verdient, werden die Auswirkungen auf euch sein. Wenn ihr etwas auf unehrliche Weise verdient habt, wirkt es sich natürlich genauso auf alle aus, die (dieses Geld) verwenden. Nun, das ist das Erste.

Dann kommt Keuschheit in Gedanken. Wenn wir nicht keusch sind, wird unsere Aufmerksamkeit beständig nach außen gezogen; das ist das Verlangen unseres Herzens – (es zieht uns dahin), wo wir gebunden sind. Das Herz ist der Thron Gottes, könnte man sagen. Lasst keinen in eurem Herzen Platz nehmen außer Gott. So wie es jetzt mit uns steht, kann sich dort jeder niederlassen, und das steht zwischen euch und Ihm. Dies ist mit "Reinlichkeit" gemeint.

Der Körper ist der Tempel Gottes, seht ihr. Gott wohnt darin, und wir wohnen auch darin. Der Körper funktioniert so lange, wie wir im Körper sind. Wir geben dem ganzen Körper Leben. Obwohl so viele Tore offen stehen, können wir dennoch nicht aus ihm heraus; eine Kraft hält uns im Körper fest. Diese Kraft ist die sich zum Ausdruck bringende Gotteskraft, die die ganze Schöpfung erhält. Ihr und diese Kraft wohnen also beide im menschlichen Körper, welcher der wahre Tempel Gottes ist. Aber wenn ihr möchtet, dass sich diese Gotteskraft in euch offenbart, müssen eure Gedanken rein sein. Wir reinigen unseren Körper äußerlich, das ist gut so, dieses Haus muss außen sauber gehalten werden. Aber dem anderen, dem inneren Teil, schenken wir keinerlei Aufmerksamkeit. Wenn ein Fisch in sehr klares Wasser kommt, wo man sogar die Sandkörner (am Grund) von außerhalb sehen kann, glaubt ihr, dass er dadurch seinen schlechten Geruch verliert? Nein. Diese Kraft, die in uns ist, sieht unser Herz – das, was wir tun. Diese Kraft sieht unsere wahren Neigungen, durch die wir nach außen gezogen werden – unbewusst. Das Verlangen ist die Grundlage von allem, wie ich es euch heute Morgen sagte.

Äußere Sauberkeit ist also gut – aus gesundheitlichen Gründen, aber innen sauber zu sein ist das, was notwendig ist. Innere Sauberkeit ist es, wenn wir alle lieben – über niemanden etwas Schlechtes denken, ganz zu schweigen von Worten oder Taten. Da Gott in jedem Herzen wohnt und wir ebenfalls im selben Herzen wohnen, können wir dann, wenn wir Gott lieben, irgendjemanden täuschen, wenn Gott bei ihm ist? Nein. So dürft ihr euch nie in die Unwahrheit flüchten. Wer das tut, muss ein gutes Gedächtnis haben. Angenommen, ihr erzählt jemandem eine Lüge oder ihr bemächtigt euch widerrechtlich der Rechte eines anderen oder Ähnliches. Wenn ihr jemandem etwas (Falsches) über einen anderen erzählt habt, so habt ihr immer Angst vor ihm, dass euer Geheimnis schließlich herauskommen könnte. Und wenn jemand lügt, hört einfach immer weiter zu, was er sagt: Heute wird er es so erzählen, morgen anders und in zehn Tagen in einer dritten Version, die ganze Aussage ändert sich. Aber fragt einen Menschen, der wahr zu sich selbst ist, morgen oder in zehn Tagen oder zehn Monate später, er wird immer dasselbe sagen. Er hat keusche Gedanken, er wird Gott, der in euch allen ist, in mir und auch in seinem eigenen Selbst, nicht täuschen wollen.

Wenn Gott überall wohnt und wir Kinder Gottes sind, Brüder und Schwestern in Gott, und wir Gott lieben, lieben wir notwendigerweise auch Seine Kinder. Warum sollten wir uns widerrechtlich etwas aneignen? Für uns selbst? Wenn wir schmutzige Kleider anhaben, die einen schlechten Geruch verbreiten, können wir von irgendjemandem erwarten, dass er uns erlaubt, uns zu ihm zu setzen? Ich glaube nicht. Wenn man schmutzige Kleider trägt, geht ein schlechter Geruch von einem aus. Ihr werdet einem solchen Menschen nicht erlauben, sich neben euch zu setzen, noch wird er es euch erlauben. Das ist eine Art, euch klar zu machen, wie die Dinge stehen. Guru Nanak sagt an einer Stelle: "Wenn ein Mensch schmutzige Kleider trägt, mit schlechtem Geruch, kann er jemals erwarten, dass ihn die, die er liebt, umarmen?" Nein. Das Wichtigste ist also Reinheit des Herzens – seht ihr?

Was versteht man unter dieser Reinheit? Nochmals sage ich, alle fremden Gedanken sollten ausgeschaltet werden, außer den Gedanken an Gott. Wie ich bereits darlegte, ist Gott ganz allein. Er möchte, dass jeder ganz allein kommt. Wenn wir zu Ihm gehen, nehmen wir unseren Körper mit, unsere Brüder, unsere Schwestern, unsere Familie, unsere weltlichen Angelegenheiten, dieses und jenes – die Freuden dieser Welt oder der nächsten. Das sind schmutzige Kleider. Gute und schlechte Taten haben dieselbe Auswirkung, seht ihr? Natürlich müssen wir mit guten Taten beginnen. Aber, Liebe vereint; sie beseitigt jede Art von Egoismus. Ein Schwert teilt alles, was es trifft, in zwei Hälften. Wenn das Schwert der Liebe zuschlägt, werden zwei eins. Dann werdet ihr fühlen, dass ich und der Vater eins sind.

Von Laila, der Geliebten von Majnu (in Persien), wird erzählt, dass ihr einmal mit einer Spritze Blut aus dem Arm entnommen wurde; und von Majnu heißt es, dass er sie so sehr liebte, so sehr eins mit ihr war, dass sein Arm zu bluten begann, als aus Lailas Arm Blut entnommen wurde. Gedanken sind sehr mächtig, bedenkt das. Ich habe Bücher gelesen, in denen beschrieben wird, dass innerhalb weniger Tage die Handflächen von dem, der daran denkt, wie Christus ans Kreuz genagelt wurde, zu bluten beginnen. Könnt ihr mir folgen? Wenn nichts mehr zwischen euch und Ihm steht, dann werden sich solche Dinge auch bei euch ereignen.

Es heißt: Leute, woher kommt dieser Schmutz? Vom Gemüt. Nicht wahr? Das Gemüt ist unter der Kontrolle der nach außen gehenden Sinne und genießt die äußeren Vergnügungen so sehr, dass es an sie gebunden ist. Wenn ein Hase durch einen Misthaufen läuft, wird er einen schlechten Geruch an sich haben, es strahlt aus. Jeder Mensch hat seine Ausstrahlung; welcher Art die Gedanken auch sind, sie strahlen aus. Als Guru Amar Das Nachfolger von Guru Angad wurde, sagte er: "Einmal war ich wie ihr." Heilige müssen nicht vom Himmel herabkommen; manche wurden hier zu Heiligen. "Einmal war ich wie ihr, aber nun habe ich mich durch die Gnade Gottes, durch meinen Guru, erhoben. Er holte mich aus den Tiefen des Gifts der nach außen gehenden Sinne und brachte mich nach oben." Dann verglich er sein vergangenes Leben mit dem jetzigen. Was sagte er? Er sagte: "Manchmal ging von meinem Körper ein schlechter Geruch aus, eine solche Ausstrahlung war es. Jetzt geht ein Duft von mir aus." Wisst ihr warum? Denkt einmal darüber nach. Gedanken haben ihre eigene Farbe und ebenso ihren eigenen Duft oder schlechten Geruch. Ich gebe euch ein Beispiel: Ihr wascht jeden Tag euer Gesicht und eure Hände mit Seife und ihr mögt auch irgendein Parfüm benutzen. Setzt eine Woche lang damit aus: Ihr werdet sehen, dass von eurem Kopf schlechter Geruch ausgeht. Woher kommt er? Das ist das Ergebnis der Gedanken, die in unserem Gemüt sind. So sagte Guru Amar Das einmal: "Die Menschen bemühen sich, ihren Körper zu reinigen. Die Ärmsten wissen nicht, dass das Ganze vom Gemüt in ihnen verursacht wird."

Noch einmal, jeder Gedanke hat auch seine eigene Farbe. Wenn euer Yoga-Auge entwickelt ist, könnt ihr es durch die Ausstrahlung sehen. Wenn Gedanken der Lust oder des Ärgers da sind, wird die Ausstrahlung so sein, wie wenn sich schwarz-rote Farbe ausbreitet. Wenn jemand Gedanken der Gier hat, sieht es aus, wie wenn ein Feuer brennt. Wenn ihr reine Gedanken habt, wird Duft von euch ausgehen. Unser Meister erzählte uns oft, dass er einmal im Vorbeigehen einen wunderbaren Duft bemerkte. Er sagte: "Ich schaute mich überall um – woher kommt dieser Duft?" Als er weiterging, entdeckte er, dass dort ein Mann saß. Es war ein Heiliger – ein gottberauschter Mensch – und der wunderbare Duft war seine Ausstrahlung. Wer eine Nase dafür hat, würde ich jetzt sagen, kann es riechen. Unser Meister war rein; er roch es. Wir können es nicht, weil so viel Schmutz vorhanden ist. Wenn eine Tonne Schmutz da ist und wir noch ein wenig mehr hinzufügen, was für einen Unterschied macht das schon? Das ist der Grund, weshalb wir diese Dinge nicht wahrnehmen können. Aber die, die ein reines Herz haben merken es, wenn auch nur ein klein wenig Schmutz hinzukommt.

Als ich im aktiven Dienst war (ich war 5 Monate an der Front), wurde mir ein Bursche zugeteilt, der mein Essen zubereitete – das war 1921. Ich ermahnte ihn: "Schau her, solange du in der Küche bist, lass keinen fremden Gedanken in dich eindringen. Deine Gedanken können beim Rezitieren heiliger Schriften sein oder in der Liebe zu Gott." Er sagte: "In Ordnung." Ein oder zwei Tage ging es gut. In der Nacht des dritten Tages bemerkte ich, als ich mich zu meiner Meditation setzte, dass etwas nicht stimmte. Ich rief ihn um ein Uhr morgens: "Sag mir, wer war heute in deiner Küche? Woran hast du gedacht?" Er sagte: "Ich habe an nichts gedacht." Ich sagte: "Lüge nicht!" Daraufhin sagte er: "Ja, es war ein Mann da und wir haben miteinander gesprochen." Damit möchte ich sagen: Wenn bereits so viel Schmutz vorhanden ist, und es wird noch ein wenig mehr hinzugefügt, was macht das schon für einen Unterschied? Aber wenn kein Schmutz vorhanden ist (spürt man es) – das bedeutet Reinheit des Herzens.

Nun, wenn ihr möchtet, werde ich euch ein Beispiel geben: Betrachtet eure Aura. Jeder Mensch hat seine persönliche Aura; bei einigen ist sie 15 cm lang, bei anderen 30 cm; bei einem spirituellen Menschen ist sie wesentlich größer – wie unser Meister sagte, könnt ihr sie aus einiger Entfernung wahrnehmen. Stellt euch mit dem Rücken gegen die Sonne und schaut sehr intensiv auf eure Schultern. Ihr werdet feststellen, dass Rauch davon ausgeht. Mit ein wenig mehr Aufmerksamkeit könnt ihr die Farbe erkennen, die von euren Gedanken ausgeht. Deshalb sagen die Meister, dass alle Sünden, die in uns sind, ihre Auswirkung haben. Gedanken sind sehr machtvoll.

Einmal sagte Birbal, der Minister von Akbar dem Großen, einen Herrscher Indiens, zu Akbar: "Genau das, was ihr über einen anderen Menschen denkt, trifft auch den anderen." Akbar fragte: "Was ist der Beweis dafür?" Birbal sagte: "Gut, lasst uns nach draußen gehen." Akbar der Große und Birbal gingen zusammen hinaus. In einer Entfernung von etwa 200 m kam ihnen ein Mann entgegen. Birbal sagte: "Denk dir etwas über diesen Mann in deinem Kopf." So hatte Akbar den Gedanken in seinen Kopf: "Ich möchte ihn erschießen." Als der Mann bei ihm angekommen war, sagte der Herrscher zu ihm: "Nun, es wird alles vergeben, was es auch sein mag, aber sage mir wahrheitsgemäß: Was kam dir in den Sinn, als du mein Gesicht gesehen hast?" Der Mann sagte: "Als ich gerade eben deinen Kopf sah, wollte ich mit den Fäusten auf ihn einschlagen." Seht ihr, diese Dinge müsste man sich einmal in Ruhe klarmachen. Unkenntnis des Gesetzes ist keine Entschuldigung. Seid keine Narren, würde ich euch raten.

Nun, Reinheit des Herzens bedeutet: Keine fremden Gedanken in euch zu haben – nicht an irgendjemanden, an die Welt oder euch selbst. Das ist es, was erforderlich ist. Zuerst kommt die Selbstprüfung – was immer ihr bei der Selbstprüfung herausfinden könnt, beseitigt es. Aber letztlich kann der ganze Schmutz beseitigt werden, wenn ihr in Verbindung mit dieser Kraft in euch kommt, dem Wasser des Lebens in euch. Die Sünden von Hunderten und Tausenden vergangener Leben werden weg gewaschen, wenn ihr mit diesem Licht in Verbindung kommt. Guru Ram Das sagt: "Wenn Stöße von Brennholz herumliegen, und ihr es mit ein wenig Feuer in Berührung bringt, wird alles zu Asche verbrennen." Genauso gibt es Berge von Sünden aus den vergangenen Leben – schrecklichste Sünden. Wenn ihr zu einem  Meister kommt und nur einen kleinen Lichtstrahl von dem Licht, das in euch ist, nehmt, so wird es (mit einem Schlag) alles verbrennen. Zuerst sind die äußeren Dinge zu bereinigen (durch Selbstprüfung). Wenn wir einen Baum fällen müssen, müssen wir zuerst die Äste und Zweige abschlagen. Das ermöglicht euch, dass ihr den Stamm leicht umschneiden könnt, das ist alles.

So sagen alle Meister, dass sie Spiritualität wollen. Spiritualität bedeutet, sich selbst zu erkennen und Gott zu erkennen – nicht mehr und nicht weniger. Aber dazu ist Reinheit der Gedanken die Voraussetzung. Aus diesem Grund erhaltet ihr zwei Dinge (die Verbindung mit dem inneren Licht und Ton). Die Zeiten haben sich geändert; bereits am allerersten Tag wird euch etwas gegeben, mit dem ihr beginnen könnt. Die Seele, die überladen ist mit den Sünden aus der Vergangenheit, aus Hunderten von Leben, erhält einen Auftrieb. Es wird ihr etwas von der Last abgenommen. Ihr werdet nach oben gezogen. Ihr seht das Licht, mit dem ihr beginnen könnt. Darüber hinaus werdet ihr gebeten, alle Unvollkommenheiten auszujäten und Tagebuch zu führen. Das wird Spiritualität genannt.

Wenn ihr euer Leben prüft, schont euch dabei nicht, seht ihr? Kritisiert euch selbst so, wie ihr andere kritisieren würdet. Was immer ihr in euch findet, merzt es aus. Einfach nur zu sagen: "Ich bin ein Sünder, ich bin ein Sünder", genügt nicht. So sieht also der erste Schritt aus. Ihr möchtet Spiritualität, ihr möchtet Gott begegnen, nicht wahr?

Wir besitzen, wie ihr wisst, Unterscheidungsvermögen. Macht den besten Gebrauch davon. Unterscheidet – ob etwas richtig oder falsch ist. In den Veden heißt es: "O Gott, führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen." Wir haben diese Kraft zu unterscheiden in uns, jeder von uns. Am Anfang, wenn ihr dabei seid, etwas Unrechtes zu tun, versetzt es euch innerlich einen Schock – oh. Nehmen wir an, ihr habt euch aufgemacht, um jemandem etwas zu stehlen. Wenn ihr das erste Mal stehlt, werdet ihr Angst haben. Habt ihr es einmal, zweimal, viermal, zehnmal gemacht, werdet ihr furchtlos, seht ihr? Diese gewaltig hohe Mauer habt ihr einmal durchbrochen, und diese Stimme von innen, diese Stimme, die immer da ist, erhebt sich nicht mehr. Am Anfang sagt sie euch immer, tief im Innersten eures Herzens, dass ihr etwas Unrechtes tut. Ihr spürt es, aber ihr werdet nach außen gezogen, und zwar so sehr, dass ihr nicht (anders) könnt – ihr werdet getrieben.

Könnt ihr mir folgen, was ich mit Reinheit des Herzens meine? Ich sage euch nichts Neues. Das sind alles die Dinge, die ihr bereits wisst, aber wir müssen danach leben. Diese Dinge, die euch sehr anziehend und wunderschön erscheinen, dieses und jenes – genau diese Dinge enden in Leid, Enttäuschung und auch in Bindung an die Welt. In einem anderen Leben werdet ihr dann entsprechend daran gebunden sein.

Eigenartigerweise haben wir nur ein Gemüt, nur ein Herz, und doch haben wir so viele Dinge (im Kopf), so viele Eisen im Feuer. Wofür haben wir unser Herz? Für Gott. Es ist der Thron Gottes in uns. Wir sollten niemandem erlauben, diesen Thron in Besitz zu nehmen – außer Gott. Aber jeden Moment erlauben wir jedem, unser Herz in Besitz zu nehmen. Und später sind wir hin- und her gerissen. Was ist das Ergebnis? Mit jedem Tag wächst das Verlangen mehr und mehr. Das Gemüt hat eine solche Stellung, dass wir ihm alles geben, was es möchte. Trotzdem möchte es noch mehr. Es ist nicht zufrieden. In den Upanishaden heißt es: "Was ist es, das wir erkennen müssen, damit wir kein anderes Wissen mehr brauchen? Was müssen wir besitzen, um keine weiteren Besitztümer mehr zu brauchen? Wenn ihr euch an Gott bindet – dann? Alles andere wird euch hinzugegeben." Dies sind die Worte aus den Schriften. Wir grübeln nur darüber nach, und wiederholen sie wie ein Papagei. Aber wir selbst müssen tief in das Ganze eindringen um zu begreifen, worum es geht. In meinen frühen Jugendjahren, als ich noch ein Schüler war, las ich die Sikh-Schriften (ich bin von Geburt Sikh). Dies ist ein großer, umfangreicher Schatz der Spiritualität, (es sind) die Aussagen all der Heiligen, deren Guru Arjan nur habhaft werden konnte. Ich öffnete diese Schrift jeden Morgen und las eine Hymne – nicht zwei, drei oder vier. Dann schrieb ich diese ab. Den ganzen Tag über dachte ich darüber nach: "Nun, was ist der Sinn darin?" Je tiefer ihr geht, desto mehr könnt ihr darin entdecken. Die Meister sagen etwas mit wenigen einfachen Worten, aber sie sind voller Bedeutung, vergesst dies nicht. Je mehr ihr darüber nachdenkt, je mehr ihr euch in sie vertieft, desto mehr von dieser Ausstrahlung erhaltet ihr. Euer Herz ist rein, darauf kommt es an. Das ist der Grund, weshalb ich zu euch sage: "Wie ihr denkt, so werdet ihr." Ich sage euch nichts Neues.

Nun, ein einziges Herz, ein einziges Gemüt – trotzdem habt ihr so viele Eisen im Feuer, und jeden Tag werden es noch mehr. Wie steht es um ein solches Herz? Wie kann ein solches Herz erwarten, dass sich Gott darin offenbart? Deshalb heißt es: "Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen."

Der wahre Tempel Gottes ist der menschliche Körper. Natürlich ist die gesamte Schöpfung der Tempel (Gottes) – die Erde unten und der Himmel oben ist der größte Tempel, den wir haben. Im Kleinen ist der menschliche Körper der Tempel Gottes, in welchem Gott wohnt. Eine Nachbildung davon wurde äußerlich von Menschenhand errichtet. Es sind Nachbildungen – keine Originale. Gott wohnt nicht in Tempeln aus Stein, erbaut von Menschenhand – schaut in euren Schriften nach. Ihr werdet sehen, dass es wahr ist. Aber wo wohnt Er? Gott wohnt in dem Tempel, den Er im Schoß der Mutter geschaffen hat. Er schloss ihn ab und übergab den Schlüssel jenem Bevollmächtigten, in dem Er sich offenbart, damit Er die Türe öffnen kann, um euch hineinzulassen. Der Koran sagt: "O Mensch, ich bin der verborgene Schatz in dir. Warum gräbst du mich nicht aus?" Alle Schriften sagen das. Guru Nanak sagt: "Nun, es befinden sich göttliche Schätze in euch: Warum sucht ihr nicht den Rat eines Meisters und erlangt sie?" Dieser Schatz ist in euch, gleichgültig, ob ihr Hindu, Mohammedaner, Christ oder sonst etwas seid. Und jeder hat das Recht, ihn auszugraben. Er existiert. Das (diesen Schatz ausgraben) können wir nur, solange wir im menschlichen Körper sind. Nun, was sehen wir? Weil es an Menschen mit praktischer Erfahrung mangelt, haben wir vergessen, dass der Körper der Tempel Gottes ist. Wir schufen im Äußeren Nachbildungen des menschlichen Körpers – kuppelförmig, nasenförmig, stirnförmig – und in ihnen platzierten wir die Symbole der sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft, Licht und Ton. Aber es war niemand da, der uns eine Erfahrung dieses wahren Tempels Gottes geben konnte und wie man das Licht darin sehen kann. "Achtet darauf, dass das Licht in euch nicht Finsternis werde." – Seht ihr? Alle Meister sprachen davon. Aber weil wir das nicht erlangt haben, sind wir von den äußeren Dingen angezogen, von den Nachbildungen, die im Äußeren errichtet wurden, um den neuen Suchern zu zeigen, dass ein solches Licht in euch ist und dass ein solcher Ton in euch widerhallt. Das führt dazu, dass sie sich so sehr an diese Dinge hängen, dass sie sie für die Wirklichkeit halten und das andere (die innere Erfahrung) für unwirklich.

Ich sage nicht, dass es schlecht ist, in Tempel oder Kirchen zu gehen. Es ist etwas Gutes. Sie sind dafür gedacht, uns zu zeigen, dass ein solches Licht in uns ist. Aber es sollte jemand da sein, der uns sagt, was es wirklich bedeutet. Ich erinnere mich an Dr. Johnson, der nach Indien kam und zu Füßen unseres Meisters saß. Er war zuerst ein Geistlicher. Ich hielt in seiner Kirche einen Vortrag. Ich sagte den Leuten, dass er als Missionar nach Indien gekommen war, und dann, als er zu den Füßen unseres Meisters saß, erfuhr er, was die Schriften wirklich bedeuten. Als ich in den USA war, besuchte ich in Wilmette, Illinois, einen Bahai-Tempel, der neun große Tore hatte, die unglaublich hoch waren. Es gab ein Tor darüber, das geöffnet war. Ich fragte ihn: "Was symbolisiert das?" Er sagte: "Um den neun Religionen Einlass zu gewähren, das ist alles." Ihr seht, was geschieht, wenn keine praktisch verwirklichten Menschen da sind. Als ich noch im Dienst war, hatte ich einen christlichen Bürovorstand, der mir unterstellt war. Der Bischof von Lahore – wo wir damals lebten – galt als der am meisten fortgeschrittene Christ in Indien. Ich forderte den Bürovorstand auf: "Gehe zu deinem Bischof und frage ihn, was das Läuten der Glocken bedeutet!" Und wisst ihr, was der Bischof sagte? – "Es ist nur dazu da, die Menschen zusammenzurufen." Aber wenn die Hindus in den Tempel gehen, läuten sie selbst die Glocke, seht ihr? Die Weltklugen wissen lange nicht alles. "Gott hat dieses Geheimnis vor den Weltklugen verborgen und es den kleinen Kindern gegeben." Lernen ist etwas Gutes. Ich verachte es ganz und gar nicht. Durch Lernen begreifen wir den Sinn der Dinge. Gelehrtsein ist eine Blumengirlande um den Hals eines praktisch verwirklichten Menschen. Ein praktisch verwirklichter Mensch mit Bildung wird euch dieselben Dinge sagen wie ein praktisch verwirklichter Mensch ohne Bildung, nur auf eine sehr schöne Art und mit seinen eigenen Worten. Denn zusätzlich zu seiner Bildung hat er es gesehen und dieses Leben gelebt.

Was geschieht? Im Fernsehen wurde ich gefragt, wie sich Frieden verbreiten kann? Ich sagte ihnen: "Das wird geschehen, wenn sich die Menschen über die 'Ismen' erheben." Bleibt in den 'Ismen' (in der Religion, in die ihr hineingeboren wurdet) – die wahre Lehre ist überall die gleiche. Die ganze Menschheit ist eins. Die Seele ist vom selben Wesen wie Gott. Wir sind alle Kinder Gottes; wir sind Brüder und Schwestern in Gott, und alle verehren denselben Gott, den man mit so vielen verschiedenen Namen benannt hat. Und Er ist die kontrollierende Kraft der ganzen Schöpfung und ebenso des Körpers. Erhebt euch über diese "Ismen". Ihr könnt in ihnen bleiben; ich sage nicht, dass ihr sie verlassen sollt. Die Meister berühren nicht die äußeren Formen. Sie kommen nicht, um zu zerstören, sondern um zu erfüllen. Aber weil es an praktisch verwirklichten Menschen mangelt, kam es zu (Zerstörungen). Das Ergebnis ist, dass wir bereit sind, Hunderte von wahren Tempeln zu opfern, wenn ein kleines Türmchen von einem Tempel, einer Moschee oder einer Kirche abgebrochen wird.

Guru Nanak rät uns: "Den wahren Nektar, um dessentwillen ihr in die Welt gekommen seid, und der euch immerwährendes Leben gewährt, könnt ihr durch einen Guru erhalten." Aus diesem Grunde müsst ihr an dem festhalten, was Er sagt. Er gibt euch die natürliche Wahrheit – die augenscheinliche Wahrheit. Diese augenscheinlichen Wahrheiten können wir in allen Schriften finden. Aber wenn wir uns auf eine einzige festgelegt haben und fragen: "Wer hat das gesagt?" – "Wenn Christus das gesagt hat, hat Prophet Mohammed dies auch gesagt?" Nun, es gibt nur eine Wahrheit, ob beim Propheten Mohammed oder bei Christus oder bei Guru Nanak. Überall ist dasselbe Licht, ob in Tempeln, Moscheen oder Kirchen. Welches ist besser und welches ist nicht so gut? Denkt tief darüber nach, was dahinter steht. Was geht in der Welt vor sich? Guru Nanak reiste nach Persien. Ein Kazi namens Ruknuddin stellte ihm eine Frage: "Du bist ein großer Heiliger, Du musst das Haus unseres Vaters gesehen haben. Wie sieht es aus?" Und Guru Nanak verwies auf den menschlichen Körper: Der menschliche Körper ist also der wahre Tempel Gottes. Die Augen, die geöffnet sind, sehen, dass der menschliche Körper der Tempel Gottes ist. Wir respektieren auch die anderen Tempel, denn sie wurden zu dem Zweck errichtet, den Anfängern zu helfen, die Wahrheit zu erkennen. Aber es sollte ein praktisch verwirklichter Mensch da sein, der euch sagen wird, was die Wahrheit ist. Im Tempel Gottes sollten alle zusammensitzen; aber in den Tempeln der Hindus sitzen nur Hindus beisammen. In den Kirchen der Christen sitzen nur Christen beisammen, und in den Moscheen der Mohammedaner sitzen nur Mohammedaner beisammen. Aber das ist der Tempel Gottes, seht ihr. Habt einen Tempel, in dem alle zusammen sitzen können, und das ist die Erde unten und der Himmel oben. Ich habe weder in Manav Kendra einen Tempel errichtet noch beim Ruhani Satsang – und das ist der Grund dafür. Könnt ihr mich verstehen? Wenn ihr an eurer isolierten Sichtweise festhaltet, hört ihr nicht die Worte der anderen – warum? Wenn dasselbe, das in der Bibel gesagt wird, überall gesagt wird, müsst ihr allen Achtung entgegenbringen. So müssen wir an alle glauben, wir müssen alle respektieren, die von Gott gesandt wurden, denn sie sagen alle dasselbe. Beachtet nicht die äußere, exoterische Seite, die sich entsprechend der klimatischen Bedingungen oder vorherrschenden Bräuche ändert. Aber der innere Weg ist nur – was? Wir müssen sauber und rein sein – ein reines Herz haben. Führt ein aufrichtiges Leben und habt eine Verbindung mit dem Höheren. Das ist das Ziel aller Dinge – das letztendliche Ziel aller Schriften.

Was geschieht in den Moscheen? Der zuständige Mullah steigt in die darüber liegende Kuppel hinauf und imitiert dort den Ton, der von oben kommt. Auf ähnliche Weise ist unser Körper der wahre Tempel oder die wahre Kaaba. Wenn ihr euch hinter den Augen über das Körperbewusstsein erhebt, in die Kuppel, dann betretet ihr das sogenannte Brahmrendra – "das Fuchsloch des Kopfes". Erhebt euch dorthinein; hier seht ihr das Licht und empfangt den Tonstrom, der uns zurück zu Gott ruft. Und wenn ihr den Tonstrom ergreift, den man das Tonprinzip, Kalma oder Nada nennt, führt euch das zu dem Ort, von der er ausging. Aber wenn ihr in eurer Religion feststeckt, könnt ihr nicht erkennen, dass das angestrebte Ziel überall dasselbe ist. Und was tun wir? Wir sagen einfach: "Unser Weg ist der richtige."

Es gibt zwei Dinge in uns: Das eine ist das Sehen oder Nirat, und das andere ist das Hören oder Surat. Das Licht ist unser Ausgangspunkt, und das Tonprinzip führt uns, zeigt uns, wohin wir gehen müssen. Ihr seid in einer Wildnis. Es ist stockdunkel – niemand ist da, der euch führen kann. Ihr könnt dort nicht die Nacht über bleiben, denn es besteht Lebensgefahr für euch. Ihr schaut euch überall um, nirgendwo ein Licht oder eine brennende Lampe. So benutzt ihr eure Ohren: Ist das Bellen eines Hundes zu hören oder das Geräusch einer laufenden Maschine? Hört ihr einen Ton, lenkt ihr eure Schritte in diese Richtung, und so erreicht ihr diesen Ort. Auf dem Weg gibt es Fallgruben, in die ihr hineinfallen könnt. Wenn euch jemand eine Lampe gibt, dann? Dann werdet ihr nicht in die Grube fallen. Wir reisen mit dem Licht, und durch den Ton werden wir geführt. Wenn ihr in Meditation sitzt, seht ihr Licht – ist es nicht so? Und wann seht ihr das Licht? Wenn ihr euch hierher erhebt. Durch die Gnade Gottes habt ihr eine Demonstration davon erhalten. Jeder – A, B oder C – ob er initiiert ist oder nicht, wird Licht sehen, wenn er sich erhebt. Das Licht ist bereits da; man muss es nicht erst anzünden, man braucht es nicht zu visualisieren, man braucht es sich nicht vorzustellen, es ist immer da. Wir sind Kinder des Lichts. Gott ist ganz und gar Licht.

Gebt acht, dass das Licht in euch nicht Finsternis werde. Das ist alles.

Bei den Hindus gibt es einen Brauch. Wenn ein Mensch im Sterben liegt, zünden sie eine Kerze oder Ähnliches an, geben es ihm in die Hand, und fordern den Sterbenden auf, in die Flamme zu schauen. Dann wird ein Mantra in Sanskrit vorgelesen, das lautet: "Dieses Licht wird dich hier und im Jenseits begleiten." Der arme Mensch stirbt, aber die Kerze und seine Hand bleiben hier zurück! Welches Licht ist gemeint? Guru Nanak sagt: "Wenn ihr eure Aufmerksamkeit von außen ganz zurückzieht und euch auf den Bereich hinter den Augen konzentriert, werdet ihr dort die brennende Kerze finden." Wenn ihr eine solche Kerze anzündet, wird euch das hier und im Jenseits von Hilfe sein. Alle Heiligen haben davon gesprochen. Kabir sagt, dass es ein Licht gibt ohne Docht und ohne Öl. Jeder – alle, die nach innen gegangen sind – hat davon gesprochen. Wir haben es in den Schriften gelesen, aber es ist niemand da, der uns erklärt, was es bedeutet. So halten wir an den äußeren Ritualen und Bräuchen fest, und das Ausführen dieser Riten betrachten wir als das Ein und Alles. Das ist falsch. Bleibt in irgendeiner (Gemeinschaft), aber versucht, (die Zeremonien), die ihr ausführt, in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen – wofür stehen sie?

Nun, dieses Licht braucht ihr nicht erst zu entzünden – es brennt bereits. Ihr müsst nur eure Aufmerksamkeit von allem Äußeren zurückziehen. Und es ist nicht nur dieses Licht da. Guru Nanak sagt: "Es ist Licht im Innern und ein Ton geht davon aus." Auch die Upanishaden sagen das. Paltu sagte ebenfalls: "Es brennt ein Licht in euch, im umgekehrten Brunnen des Kopfes, und ein Ton geht davon aus." So hat der äußere Ausdruck Gottes zwei Aspekte: Der eine ist das Licht und der andere ist der Ton. Die Verbindung damit erhaltet ihr von einem Meister, der euch über den Körper erhebt, sodass ihr etwas in der Hand habt, mit dem ihr beginnen könnt. Dafür ist die richtige Lebensweise erforderlich.

Manche sind initiiert; sie erhalten diese wundervolle Sache, die unbezahlbar ist. Sie erhalten sie umsonst. Und sie leben nicht danach. Sie sagen: "Wir haben nichts erhalten." Wenn sie gefragt werden: "Führt ihr euer Tagebuch?", sagen sie: "Nein." – "Setzt ihr Zeit für die Meditation ein?" – "Nein." Nun, was nützt es dann? Ihr werdet herausfinden, wie wichtig das alles ist, seht ihr? Wenn wir einmal in diesem menschlichen Körper die Entscheidung getroffen haben, dass wir Gott erreichen müssen, so ist das der einzige Weg. Swami Ji sagt uns: "Sammelt einfach eure gesamte Aufmerksamkeit hinter den Augen." Dies kann auf verschiedene Art und Weise ausgedrückt werden, aber gemeint ist immer dasselbe.

Was wird geschehen? Ihr werdet alles Äußere vergessen. Eure Aufmerksamkeit wird dort festgehalten und das Licht wird hervorbrechen. Und ihr werdet überzeugt sein, dass ihr es gesehen habt. Einige Leute sagen: "Wir haben Licht gesehen, aber wir sind uns nicht sicher." O – wenn ihr Licht seht, wer wird dann an eurer Stelle sicher sein? Seid bitte nicht skeptisch. Wenn ihr etwas seht, macht weiter damit. Wenn ihr euch hundertprozentig an die Anweisungen des Meisters haltet, könnt ihr Wunder bewirken, würde ich sagen.

Ich erzähle euch nichts Neues; es steht in den Schriften. Das Auge ist des Körpers Licht – habt ihr es gelesen in der Bibel? Was steht darin? Wenn euer Auge einfältig ist, wird euer ganzer Körper Licht sein. Ich zitiere nur deshalb verschiedene Dinge, um euch zu zeigen, dass der innere Weg derselbe ist, obgleich die Rituale, die äußere Lebensweise und die Bräuche verschieden sind, zum Beispiel aufgrund der klimatischen Einflüsse. Wenn ihr in die Kirche geht, gilt es als Zeichen der Ehrerbietung, die Kopfbedeckung abzunehmen. Geht ihr jedoch in einen Sikh-Tempel, wird man es euch übel nehmen, wenn ihr keine Kopfbedeckung tragt, seht ihr? Das sagen also die Meister.

Wenn uns ein Meister begegnet, wenn wir zu Ihm kommen, sind wir blind und taub. Aber wenn ihr Ihm begegnet, werdet ihr zu sehen und zu hören beginnen. Die Aufgabe des Meisters ist es, eure gesamte Aufmerksamkeit von außen zurückzuziehen und euch zu demonstrieren, wie man sich über das Körperbewusstsein zum Sitz der Seele im Körper erheben kann, und wie euer Einzelauge oder euer drittes Auge geöffnet werden kann, sodass ihr das Licht Gottes seht. Ihr könnt es bezeugen – es ist Licht da. Dieser Weg, denke ich, ist ein sehr seltenes Geschenk, das ihr erhalten habt, aber ihr macht nicht den besten Gebrauch davon. Wir sind sehr glücklich zu schätzen, dass wir den menschlichen Körper erhalten haben, der der höchste in der ganzen Schöpfung ist. Alle, die ihn erhalten haben, sind sehr begünstigt. Aber diejenigen sind noch glücklicher zu schätzen, denen der Weg nach innen gezeigt wurde und die innen anklopfen. Wenn wir einem lebenden Meister begegnen, der uns diesen Weg nach oben zeigt, werden wir ein Startkapital haben. Was aber kann man über die sagen, die auf den Weg gestellt wurden – entschuldigt mich jetzt – die auf den Weg gestellt wurden, die etwas erhielten, um zu beginnen. Mag sein mehr oder weniger – aber immerhin, ihr habt etwas erhalten – und die nicht danach leben? Wie unglückselig! Wer nicht durch Gottes Gnade einem Meister begegnet ist, wer nichts erhalten hat, mit dem er beginnen kann, wer nur solche Lehrer gefunden hat, die ihm das äußere Ausführen von Ritualen und Bräuchen gelehrt haben – zu singen, dieses oder jenes – wer nicht dieses große Glück gehabt hat, dem kann man keinen Vorwurf machen. Aber ich denke, ihr solltet einen Augenblick innehalten und euch das Schicksal eines solchen Menschen vorstellen, der auf den Weg gestellt wurde und nicht danach lebt – wie unglückselig. Was für ein schlimmes Verbrechen begeht er gegen sich selbst.

Wir alle lernen in derselben Klasse – als Menschen – um Gott zu erreichen. Der Weg der Meister ist nicht ein Etikett, das man sich ansteckt, um sich abzuschotten. Sie sagen, alle sind Menschen, Ost oder West macht keinen Unterschied, diese Trennungen wurden von euch geschaffen. Natürlich haben wir gelesen, der Osten ist der Osten und der Westen ist der Westen, und beide werden niemals zusammenkommen. Aber die Meister sagen: "Nein, das Ganze ist das Haus unseres Vaters und die Länder sind die vielen Räume im Hause unseres Vaters."

Nun, das ist es, was ich sage: Kein Meister ist gekommen, um irgendwelche "Ismen" zu gründen, seht ihr? Sie sind nicht das Monopol einer Sekte. Sie sind das Monopol der ganzen Welt. In der ganzen Welt stehen uns allen zwei Diener zur Seite – die Nacht und der Tag – ist es nicht so? Wir haben von Gott dieselben Vorrechte erhalten, sowohl außen als auch innen. Entsprechend den karmischen Rückwirkungen haben manche eine hohe Stellung, manche eine niedrige. Wenn wir dieses Ego in uns nicht verlieren, können wir dem Kommen und Gehen im Rad des Lebens nicht entrinnen. Wenn ihr dem Meister begegnet, nimmt Er euch aus dem Rad des Lebens heraus. Ihr erkennt, dass euer Ego beseitigt wurde, und ihr seht: "Er ist der Handelnde, nicht ich." Das ist es, was uns alle Meister überall erklärt haben. Es ist das, was ihr soeben gehört habt. Ich habe euch nichts Neues gesagt, das einzige, was zu tun übrig bleibt, ist, danach zu leben. Wenn ihr an irgendetwas festhängt, wozu führt das – wisst ihr es? Spitzfindigkeit, Engstirnigkeit, Geiz –  ich würde sagen Fanatismus. Wenn ihr euch (nach innen) erhebt, werdet ihr sehen, dass alle gleich sind. Die Gedankenschule ist beachtenswert, die solche wahren Menschen hervorbringt. Alle diese "Ismen" begannen mit edlen Zielen; aber weil es an praktisch verwirklichten Menschen mangelt – ich würde sagen, durch das bezahlte Predigen kam es zu diesen verheerenden Auswirkungen.

Nehmt euch zu Herzen, was ihr gehört habt. Ich sage euch nichts Neues, aber ich appelliere an euch: Alles, was noch zu tun bleibt, ist: Lebt danach! Und das könnt ihr nur, wenn ihr die Anweisungen des Meisters befolgt. Ein starker Mensch erfreut sich an seiner Stärke und der Schwache wundert sich, wie er so stark wurde. Aber er wurde nicht an einem Tag so stark. Euch wurde etwas gegeben, mit dem ihr beginnen könnt, seht ihr? Und es ist auch jemand da, der euch hilft, der euch in Seine Obhut nimmt – diese Gotteskraft. Was wollt ihr mehr? Wenn ihr es selbst dann noch hinausschiebt, ist es sehr bedauerlich.