Von Sant Kirpal Singh, Harmony Grove, Kalifornien, 13. Dezember 1963

Vortrag erhältlich als mp3 (29Mb, Laufzeit 1:02:49)


Liebe Freunde: Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir den menschlichen Körper erhalten haben. Er ist die höchste Stufe in der ganzen Schöp­fung, denn nur im menschlichen Körper ist es uns möglich, Gott zu erkennen. Er wird als der wahre Tempel Gottes be­trachtet. Gott wohnt in jedem Herzen, und auch wir wohnen in demselben Tem­pel. Wir selbst und Gott wohnen in die­sem menschlichen Körper, der der wahre Tempel Gottes ist. Das Traurige jedoch ist, dass wir nicht zu Gott sprechen kön­nen. Um Gott zu sehen, Ihn zu finden oder mit Ihm zu sprechen, müssen wir in dieses Laboratorium des menschlichen Körpers eintreten.

Es ist ein wunderbares Haus, in dem wir leben. Der Makrokosmos ist im Mi­krokosmos. Große Möglichkeiten erwarten uns in diesem menschlichen Körper, denn:

Wenn wir uns selbst erkennen, so erkennen wir auch Gott.


Wenn wir fähig sind, die verschiedenen Ebenen des Makrokosmos zu durch­schreiten, können wir die wahre Heimat unseres Vaters erreichen. Dies sind also die Möglichkeiten, die uns erwarten. Lei­der aber haben wir dem eigenen Selbst nie unsere Aufmerksamkeit geschenkt. Der Mensch hat drei Aspekte: er besitzt den physischen Körper; er hat den Intellekt und er ist der Geist im Menschen oder ein bewusstes Wesen – ein Tropfen aus dem Ozean der Allbewusstheit. Wir haben un­serem Körper Nahrung gegeben, wir sind intellektuell stark geworden und haben wunderbare Erfindungen gemacht.

Doch welche Nahrung haben wir unse­rem wahren Selbst zukommen lassen? Solange wir unserem Selbst, das eine bewusste Wesenheit ist, keine Nahrung ge­ben, werden wir spirituell nicht gesun­den. Von der spirituellen Gesundheit aber ist die Gesundheit von Körper und Gemüt abhängig. Daher müssen wir uns überlegen, was dieses Brot des Lebens ist, durch das wir spirituell stark werden können.

Wie schon gesagt, haben wir uns mit der Nahrung des Lesens und Schreibens versorgt, mit dem Ziehen von Schlussfolgerungen auf intellektueller Ebene und vielseitigem Denken. Dies hat uns intel­lektuelles Wohlergehen gebracht, und wir sind sehr gut in der Lage, uns etwas auszudenken. Wir geben unserem physi­schen Körper kräftige Nahrung und sind physisch stark. Wenn wir aber in Erfah­rung bringen, was das wahre Brot und Wasser des Lebens ist, das der Seele Nahrung gibt, können wir auch spirituell stark werden. Die Heiligen Schriften, die wir heutzutage haben, beziehen sich auf diese Dinge. Wir jedoch haben darüber nur nachgedacht und sind niemals tiefer in sie eingedrungen, um ihre wahre Be­deutung zu verstehen. Ich möchte euch einige Beispiele aus den verschiedenen Schriften geben.

Christus ging zu einem Brunnen, um Wasser zu trinken. Dort traf er eine Sa­mariterin, die einen Krug voll Wasser auf dem Kopf trug, und er bat sie, ihm etwas Wasser zu geben. Aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen sagte sie: "Ach, wir sind Samariter. Ihr Leute wollt doch nichts mit uns zu tun haben. Warum bittet Ihr uns um Wasser?" Christus antwortete: "Wüsstest du, wer es ist, der dich um Wasser bat, so hättest du es ihm gegeben. Wenn man das Was­ser trinkt, das du trägst, so wird es den Durst für eine Zeit lang stillen. Doch man wird immer und immer wieder dur­stig werden. Wärest du zu mir gekom­men, ich hätte dir das Wasser des Lebens gegeben."

Es gibt dieses Wasser des Lebens, das nur von Menschen wie Christus gereicht werden kann. Die Schriften der Religio­nen, denen wir uns angeschlossen haben, nehmen Bezug auf diese Dinge. Wir ha­ben bisher nur die grundlegenden oder vorbereitenden Schritte in Betracht gezo­gen, gewisse äußere Formen wie das Tra­gen bestimmter Abzeichen für eine be­stimmte Religionsgemeinschaft, das Aufsagen von Gebeten oder das Abhal­ten gewisser Riten und Rituale. Und da­mit endet es bereits. Wir sollten aber die Heiligen Schriften sorgfältig lesen und versuchen zu verstehen, was sie aussa­gen. Was sind diese Schriften? Sie sind großartige Berichte jener Erfahrungen, die die Meister durch Selbsterkenntnis in ihrem Leben mit Gott erlangt hatten. Sie sprachen von dem, was sie selbst gesehen hatten. Sie hatten es selbst erfahren und dann darüber gesprochen. Wenn wir nun den wahren Sinn der Lehren, die die Meister uns gaben, oder die Hinweise, die sie in den Schriften gaben, verstehen wollen, dann müssen wir zu den Füßen von einem sitzen, der jene Erfahrung ge­macht hat und danach lebt.

Ihr werdet sehen, dass wir diese Dinge einfach auf der Ebene des Intellekts in­terpretieren, und das ist der Grund, wes­halb wir ihnen nicht voll gerecht werden können. Auch in anderen Schriften wer­det ihr Hinweise auf dasselbe Wasser des Lebens finden. In der mohammedani­schen Literatur wird es das Wasser ge­nannt, das "himmlisches" Leben gibt. Natürlich wird das in einer etwas ande­ren Sprache ausgedrückt. In den Veden findet ihr es als "Soma", das Wasser, das allem Leben spendet. Und was ist dieses Wasser des Lebens? Guru Amar Das sagt uns, dass "ihr nur dann das Wasser des Lebens, welches euch ewiges Leben schenken wird, erhalten könnt, wenn eure Seele mit der alles durchdrin­genden Gotteskraft in Verbindung kommt, die die Ursache der Schöpfung ist und sie kontrolliert. Wenn ihr von diesem Wasser trinkt, dann werdet ihr an Gottes Tür aufgenommen werden und eins mit Ihm sein."

Die Meister sagen weiter, dass das Wasser des Lebens das Heilmittel für al­le Übel ist. Aber es kann nur zu Füßen des Meisters erlangt werden. So wie Christus sagte: "Wäre sie zu mir gekom­men, so hätte ich ihr das Wasser des Le­bens gegeben, das ihren Durst für immer gestillt hätte."

Dies ist also das Wasser, das von den Meistern gegeben wird. Immer wieder sprachen sie davon. Guru Nanak sagte, dass "das Wasser des Lebens oder das Elixier des Lebens uns immerwährendes Leben schenkt." Dies sind dieselben Worte in unterschiedlicher Sprache aus­gedrückt. In der Bibel werdet ihr wieder­um die Worte von Christus finden: "Ich bin das Brot des Lebens. Dieses Brot des Lebens ist vom Himmel herabgekom­men. Wer immer daran teilhat, wird das ewige Leben haben." Und ihr werdet dasselbe in anderen Schriften finden. Ich zitiere diese Dinge um aufzuzeigen, dass ihr immerwährendes Leben nur erlangen könnt, wenn ihr in Kontakt mit Gott kommt. Wer muss mit Gott in Verbin­dung kommen? Es ist unser eigenes Selbst, unser wahres Selbst.

Wir sind bewusste Wesen; wir sind verkörperte Seelen.

Unsere Seelen jedoch stehen unter der Kontrolle des Gemüts, und das Gemüt wiederum ist unter Kontrolle der nach außen gehenden Sinne. Wir sind mit den äußeren Dingen so sehr identifiziert, dass wir uns selbst vergessen haben. Unsere Aufmerksamkeit, die der Ausdruck un­serer Seele ist, wird von den Dingen im Äußeren voll in Anspruch genommen und geht darin auf. Nur wenn wir unsere Seelen vom Gemüt und den nach außen gehenden Sinnen befreien – das heißt, wenn unsere Aufmerksamkeit von ihnen zurückgezogen wird, und wir uns über die Sinne erheben – können wir in Kon­takt mit jenem Wasser oder Brot des Lebens kommen. Dies ist die Nahrung für unsere Seele, die uns spirituell stark macht.

Ihr werdet ähnliche Hinweise in den Schriften anderer Meister finden: "Wenn ihr die Tore des Tempels (eures Körpers) schließt, so werdet ihr das himmlische Licht sehen." Der Körper hat neun Tore oder Öffnungen. Wenn ihr eure Auf­merksamkeit von den neun Toren – den beiden Augen, den zwei Nasenlöchern, zwei Ohren, dem Mund, den Ausscheide- und Genitalorganen – zurückzieht und euch nach innen wendet, so werdet ihr ein zehntes Tor finden: Dieses Tor führt aus dem Körper ins Reich Gottes. Es wird das "Zehnte Tor" genannt, das sich am Sitz der Seele, hinter und zwischen den beiden Augenbrauen, befindet. Wenn sich eure Seele zurückzieht, beginnt zuerst die Dun­kelheit; wenn aber das Tor geöffnet wird, habt ihr Zutritt in das Reich Gottes, und ihr erhaltet den Kontakt mit dem göttli­chen Licht- und Tonprinzip. Das ist das Brot des Lebens.

Was liegt im Inneren? Die Meister sa­gen, dass dort Licht ist und die süße Mu­sik der Sphären unaufhörlich erklingt. Das ist das wahre Wasser des Lebens und das wahre Brot des Lebens, und wer da­von isst, den wird auf ewig nicht mehr hungern und dürsten.

Dies ist das Brot und Wasser des Lebens, das in uns ist.

Wir können jedoch nicht damit in Ver­bindung kommen, solange wir uns nicht von außen zurückziehen und uns über das Körperbewusstsein erheben. Wie man sich von außen zurückzieht und sich über das Körperbewusstsein erhebt, ist eine prakti­sche Sache.

Alle Meister sagen uns, dass wir die Hilfe von einem brauchen, der kompe­tent ist, unsere Aufmerksamkeit von au­ßen zurückzuziehen und am Sitz der Seele im Körper zu sammeln. Sie sagen: "Er­hebt euch über die Sinne!" oder: "Lerne zu sterben, damit du zu leben beginnen kannst!" Dies sind die Worte, die wir in den Schriften finden. Schade ist nur, dass wir lediglich darüber nachgedacht haben, jedoch nie zu ihrer wahren Bedeutung vorgedrungen sind. Die wahre Bedeutung kann uns aber nur von jenen übermittelt werden, die einen Zugang zum Jenseits haben, die dieselbe Erfahrung gemacht haben oder die auf dem Weg sind. Intel­lektuelle Menschen definieren das Brot des Lebens einfach als "Intellekt" und das Licht Gottes als "verstandesmäßiges Licht". Obwohl das Brot des Lebens et­was Wirkliches ist und bereits in uns liegt, brauchen wir jemanden, der kompetent ist, uns dabei zu helfen, die Aufmerksam­keit von außen zurückzuziehen, und des­halb heißt es:

Das Reich Gottes kann nicht durch die nach außen gehenden Sinne erkannt werden.

Solange eure Aufmerksamkeit durch die äußeren Sinne in der Welt zerstreut ist, habt ihr keinen Zugang zu Ihm. Ihr müsst eure Aufmerksamkeit von außen zurückziehen, müsst dieses Laboratori­um des menschlichen Körpers betreten und euch auf die Ebene der Augen erhe­ben, hinter denen sich der Sitz der Seele befindet. Dann werdet ihr das Brot des Lebens finden und das Wasser des Le­bens erhalten. Dies ist das Geschenk ei­nes Meisters.

Guru Nanak sagte: "Oh Mensch, das Wasser des Lebens, um dessentwillen ihr in die Welt gekommen seid und einen menschlichen Körper bekommen habt, ist die Quelle allen Glücks, aller Freude und aller Glückseligkeit. Nur durch die Hilfe eines Meisters könnt ihr es erhal­ten. Zu diesem Zweck habt ihr euch ver­schiedenen Religionsgemeinschaften an­geschlossen."

In meinem Abendgespräch habe ich euch die Bedeutung der Spiritualität dar­gelegt. Spiritualität bedeutet, sich selbst zu erkennen, sich zu befreien aus den Fangarmen des Gemüts und der nach außen gehenden Sinne, indem man sich vom Körper zum Sitz der Seele hinter den Augen zurückzieht und einen Ein­blick ins Jenseits erhält; das bedeutet, in Verbindung zu kommen mit der sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft, die das Licht- und Tonprinzip ist. Daher sagte Guru Nanak: "Bleibt in der Ge­meinschaft, in der ihr seid."

Doch solange ihr euch nicht über das Körperbewusstsein erhebt, könnt ihr die­ses Geschenk nicht erhalten, obwohl es bereits in euch liegt. Es erfordert die Hilfe eines wahren Meisters, euch über die Ebene des Körpers zur Ebene der Augen zu erheben. Er sagte: "Bleibt in der Religion, der ihr euch angeschlossen habt, denn die äußeren, sozialen Reli­gionsgemeinschaften haben lediglich et­was mit unserem physischen Körper zu tun."

Wir tragen die Abzeichen der ver­schiedenen Schulen, denen wir uns ange­schlossen haben. Wir lesen ihre Schrif­ten, wir sprechen auch ihre Gebete und vollziehen bestimmte Riten und Rituale. Diese beziehen sich alle auf den mensch­lichen Körper – auf den physischen Körper. Ihr mögt regelmäßig eure tägli­chen Gebete sprechen und Tag für Tag ohne Unterbrechung Zeremonien und Rituale durchführen; ihr mögt aus­schließlich Heilige Schriften lesen; aber um fähig zu sein, das zu verstehen, was darin geschrieben steht, müsst ihr von ei­nem lernen, der den Weg kennt. Nur durch das Lesen und Vollziehen all die­ser Dinge werdet ihr nichts aufzuweisen haben, wenn ihr euch nicht über das Körperbewusstsein erhebt und dieses Ge­schenk – das Brot und Wasser des Le­bens – erhaltet.

Bleibt in eurer Religion: Einer Reli­gion anzugehören ist ein Segen. Andern­falls wird Verfall eintreten oder ihr wer­det eine neue Religion gründen müssen, und diese sind ohnedies schon so zahl­reich geworden. Wir sollten bei jenen Religionen bleiben, die bereits den Test der Zeit bestanden haben. Erhebt euch aber über das Körperbewusstsein gemäß den Lehren, die von den Meistern der ver­schiedenen Religionen, die von Zeit zu Zeit kamen, gegeben wurden. Sie sagten, dass das Brot und Wasser des Lebens be­reits da ist und ihr es erlangen könnt, wenn ihr euch über das Körperbewusstsein erhebt. Sie sagen: "Die Religionen enden mit eurem physischen Körper, doch während ihr in euren Religionen verbleibt, erhebt euch über das Körperbewusstsein."

Ihr seid bewusste Wesen. Ihr seid Tropfen aus dem Meer der All-Bewusstheit. Ihr seid vom selben Wesen wie Gott, ihr gehört zur Religion Gottes. Bleibt, wo ihr seid, aber erhebt euch über den Körper, wo ihr bereits eins seid. Wir sind alle Kinder Gottes, Brüder und Schwestern in Gott.

Alle Meister sagen uns, dass dies das Geschenk eines Meisters ist. Ich schlug die Bibel auf und gerade auf dieser Seite bei Johannes, 15. Kapitel, sagt sie uns, welche Verbindung wir mit dem Meister haben sollten: "Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote." Jeder weiß das. "Haltet meine Gebote" bedeutet, nach den Worten des Meisters zu leben. Alle Schriften enthalten Hinweise darauf; wir lesen sie einfach und gehen darüber hin­weg. Hier sagt Christus: "Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, wird er wegneh­men; und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird Er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe." Das bedeutet, solange die Reben mit dem Weinstock verbunden sind, tragen sie Frucht. Sobald sie vom Weinstock getrennt werden, können sie keine Frucht mehr tragen. Christus sagte: "Ich bin der wahre Weinstock." Wie könnt ihr mit dem Weinstock verbunden werden? Durch Aufpfropfen. Selbst wenn ihr einen Zweig abschneidet und auf einen anderen Baum aufpfropft, wer­den die beiden eins werden. Ähnlich sagt Er: "Bleibt in mir." Wie könnt ihr in Ihm bleiben? Wenn ihr von Herzen an jeman­den denkt, so wird das eine Reaktion in demjenigen hervorrufen. Auf diese Weise könnt ihr im Meister bleiben.

Christus fährt weiter fort: "Ihr seid schon rein, durch das Wort, das ich zu euch gesprochen habe." ("Ich habe das Wort zu euch gesprochen, das die reini­gende Kraft ist, die alle Sünden verbren­nen kann, alle Ungerechtigkeiten und alle Krankheit und die das Brot des Lebens und das Wasser des Lebens ist.") "Bleibt in mir und ich in euch." Was haben diese Worte zu bedeuten? Wenn du an jeman­den denkst, so bringt dies eine Reaktion in ihm hervor, die wiederum auf dich zu­rückwirkt. Dadurch entsteht Empfäng­lichkeit. Solch ein Schüler wird eins mit dem Meister: Du bist in Ihm und Er ist in dir. Als erstes müssen wir Ihm gehorchen und nach Seinen Geboten leben. Als zweites, bleibt in Ihm, so wie eine Rebe am Weinstock. "Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von sich selber, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir." Könnt ihr mir nun folgen?

Wer kann dieses Brot und Wasser des Lebens erhalten? Jene, die nicht nur nach dem leben, was Er sagt, sondern auch in Ihm bleiben. Und wie könnt ihr die süße Erinnerung an den Meister im Herzen ha­ben?

Erinnert ihr euch Seiner, wird es ei­ne Reaktion in Ihm hervorrufen und Er erinnert sich eurer, was wie­der auf euch zurückwirkt.

Christus sagte: "Ich bin das Brot des Lebens." Alle Meister, die kamen, sagten dasselbe: "Wir sind das Brot des Lebens." Und was war jenes Brot des Le­bens, das als "das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns" bezeichnet wur­de? Was ist das WORT? Im Johannes Evangelium findet ihr: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Und die ganze Schöpfung kam ins Sein nach dem Wort. Nun, was ist das Wort? Gott ist das Wortlose, das Namenlose, das Absolute. Als Er ins Sein kam, war diese sich zum Ausdruck bringende Gotteskraft das Wort. Diese zum Ausdruck kommende Gotteskraft manifestierte sich in einem menschlichen Pol und wurde Meister ge­nannt.

Der wahre Meister ist daher Gott selbst, der in jedem Herzen wohnt.

Wenn Er sich in einem menschlichen Pol manifestiert, dann ist der manifestier­te Gott in ihm der wahre Meister. Selbst­verständlich haben wir Achtung für den menschlichen Pol, in dem sich die Gottes­kraft manifestiert. Seht ihr, was er sagt? "Ich bin der Weinstock." Er weiß, dass Gott in ihm ist. Er und der Vater sind eins. Er ist ein bewusster Mitarbeiter am göttlichen Plan. Er weiß immer, dass Gott es ist, der durch ihn spricht und handelt. So können wir jenes Wasser des Lebens bekommen, das unseren Durst für immer stillt, wenn wir davon trinken, und jenes Brot des Lebens, das unseren Hunger für immer stillt, wenn wir davon essen.

Christus fährt fort, indem er wieder­holt: "Ich bin der Weinstock." Wenn man ein gewisses Thema betonen möchte, dann verwendet man manches mal Wie­derholungen. "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht: denn ohne mich könnt ihr nichts tun."

Dieses Wasser oder Brot des Lebens ist ein Geschenk des Gottes im Menschen, der es dir aus freien Stücken gibt. Alle Gaben Gottes sind frei. Dies ist ein Ge­schenk von Meister, ein Geschenk des Gottes in Ihm an den Schüler, und es hat die Kraft, das Leben in ihm zu erwecken.

Guru Nanak erklärt, was ein "toter" Mensch ist, und einer, der "wirklich lebt."

Er sagt: "Nur der lebt, O Nanak, in dem Gott die belebende Kraft seiner See­le geworden ist." Die Seele, die das Sprachrohr Gottes geworden ist, ist wie ein Schalter, der mit dem Kraftwerk ver­bunden ist. Die Elektrizität oder das Kraftwerk arbeitet durch ihn. Er ist dar­auf eingestimmt, ist in Verbindung da­mit. Solange wir nicht diesen Kontakt durch Empfänglichkeit haben, können wir nicht viel Frucht tragen.

Du kannst ein religiöser Mensch blei­ben. Du kannst alle Schriften auswendig lernen. Du kannst dein Gehirn vollgefüllt haben mit der ganzen weltlichen Literatur, gerade so, als ob sich viele Bi­bliotheken darin befinden würden. Diese Sache aber könnt ihr nur erhalten, in­dem ihr erstens nach dem lebt, was die Meister sagen, und zweitens, indem ihr Empfänglichkeit entwickelt.

Seine Worte sollten in dir bleiben und du solltest in Ihm bleiben. Nur dann wirst du dieses Ge­schenk – das Brot und Wasser des Lebens – erhalten.

"Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und ver­dorrt." Das heißt, er ist tot. Dies sind dieselben Worte, die Guru Nanak zu sei­ner Zeit äußerte: "Wenn der Zweig vom Baum abgeschnitten wird, so verdorrt er und wird als Brennholz verwendet. Die Menschen sammeln es und werfen es ins Feuer, wo es verbrennt." Dies ist ge­meint, wenn in den biblischen Schriften steht: "Die Seele stirbt." In Wirklichkeit stirbt sie nicht, sondern sie ist verdorrt; das heißt, getrennt vom Herrn, von Gott in ihm. Christus sagt: "Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr erbitten (können), was ihr wollt, und es wird euch widerfahren." Bittet um etwas, und ihr werdet es be­kommen. Mit allem ist es so, bittet, und es wird euch gegeben werden. Wenn ihr anklopft, so wird euch geöffnet werden. Kein Wunsch wird mehr übrig bleiben.

Die Upanishaden fragen uns: " Was ist es, durch dessen Erkennen nichts mehr zu wissen übrig bleibt?" (So sagt Er: "Vor allen Dingen werdet ihr niemals auch nur irgendeinen Wunsch haben. Wenn sich überhaupt irgendein Verlan­gen in euch erhebt, so wird es sogleich erfüllt werden.") "Darin wird mein Va­ter verherrlicht, dass ihr viel Frucht brin­get und werdet meine Jünger." Solche Jünger können das Wasser und das Brot des Lebens erlangen.

Nun fährt Christus fort und sagt uns, wie wir Empfänglichkeit entwickeln können. Er sagt: "Gleich wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Blei­bet in meiner Liebe!" Nur durch Liebe erinnert ihr euch an jemanden. Was ist Liebe? Derjenige, für den ihr Liebe emp­findet, ist ständig in eurem Herzen. Im­mer! Ihr mögt es zwar nicht mit Worten ausdrücken, aber ihr fühlt euch im Inne­ren zu ihm hingezogen.

Diese ständige Erinnerung ist in jedem Herzen, in dem sich dieser Zustand entwickelt hat.

Wie kann in diesem Herzen noch je­mand anderer sein, als der, den man liebt? Wenn wir also Gott lieben, so lie­ben wir die anderen um Seinetwillen, da Er in ihnen ist; unsere Liebe ist nicht sol­cherart, dass wir Ihn vergessen, wenn wir jemand anderen lieben. Christus sagt: "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe." Wie können wir in Seiner Liebe bleiben? Indem wir uns an die Gebote halten, die uns gege­ben wurden. Was sagt Meister? Er sagt: "Denkt nicht schlecht von anderen, we­der in Gedanken, Worten noch Taten. Seid wahrhaftig; lügt nicht und verbergt nichts, beraubt andere nicht ihrer Rech­te. Macht keine spöttischen Bemerkun­gen. Habt nicht etwas anderes auf der Zunge, als ihr im Kopf habt: Ihr sagt je­mandem etwas, und hinter seinem Rücken sagt ihr etwas anderes."

Seid wahr zu euch selbst. Ihr könnt andere täuschen, aber nicht Gott in euch.

Was ich euch immer wieder einpräge ist: wahr zu euch selbst zu sein. Das ist es, was für die Liebe erforderlich ist. Wie lauten die anderen Gebote des Mei­sters? Seid keusch in Worten, Gedanken und Taten. Lebt nach dem, was die Schriften sagen: "Ehe bedeutet, einen Gefährten fürs Leben zu haben, der dir beisteht in Freud und Leid. Beide sollten einander helfen, Gott zu erkennen." Dies ist das höchste Ziel im Leben eines Menschen. Kinder zu bekommen mag eine Pflicht sein, es macht jedoch nicht hundert Prozent unserer Pflichten aus. Darüber sagt die Bibel: "Liebet eure Frauen, so wie Christus seine Gemeinde liebte."

Er möchte also, dass wir alle seine Ge­bote befolgen und danach leben. "Liebe Gott von ganzem Herzen, mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt; und liebe deinen Nächsten." Unsere Meister sagten:

Liebe deinen Gott und liebe die gesamte Schöpfung. Es gibt kei­nen Ort, wo Gott nicht ist.

Die Liebe ist es daher, durch die ihr beständig die süße Erinnerung haben könnt. Ihr werdet von Ihm träumen. Und wenn ihr tief schlaft, so wird es in euch widerhallen. Ohne es zu wissen, werden dieselben Dinge aus eurem Mun­de kommen. Christus sagt: "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in mei­ner Liebe." Das wird euch von Tag zu Tag mehr Liebe geben. "Gleich wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe." (Er spricht: "Folget mir nach, ich habe nach den Geboten meines Vaters gelebt und in gleicher Weise hal­tet ihr die Gebote des Gottes in mir, des Vaters, der in mir ist.")

Weiter heißt es: "Solches rede ich zu euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde." Auf diese Weise könnt ihr den Gefallen des Meisters finden. Nehmt das Beispiel eines Mannes, der drei oder vier Söhne hat. Ein Sohn lebt entsprechend den Ge­boten des Vaters. Er ist niemals unge­horsam, er folgt einfach den Geboten seines Vaters. Manch andere Söhne ge­horchen nur, wenn es ihnen befohlen wird, und das nur wohl oder übel. Und einige Söhne gehorchen gar nicht. Wel­cher Sohn würde wohl der beste von al­len sein? Derjenige, der die Absichten des Vaters versteht und danach lebt, oh­ne dass der Vater es ihm sagen muss. Schließlich kennt jeder Sohn die Wün­sche seines Vaters. Jeder Schüler weiß, was sein Meister möchte. Sollten wir die gleiche Lektion die ganze Zeit, Tag für Tag, wiederholen?

Ein weiser Mann ist der, der des Meisters Wort hört, es in seinem Herzen behält und danach lebt.

Wenn ihr das tut, dann werdet ihr den Gefallen des Meisters gewinnen. Und was würde der Meister tun? Wenn der Vater nun den Körper verlässt, was tut er? Er wird den Schlüssel zu allem dem Sohn geben, der gehorsam ist und nach seinen Geboten lebt. Das ist es auch, was Guru Nanak sagt: "Wir sind in diese Welt gekommen, damit wir das Wasser des Lebens oder das Brot des Lebens er­halten. Es ist in den Händen des Mei­sters. Geht zu ihm.

Bleibt in der Gemeinschaft wo ihr seid, aber führt ein Leben gemäß den Schriften.

Das wird den Boden dafür bereiten, wenn ihr euer ganzes Selbst dem Meister übergebt." Deshalb sagte Christus und alle anderen Meister: "Lasst alles zurück und folget mir nach." Was meinte er da­mit? Ihm nachzufolgen heißt nicht, dass ihr euer Heim verlassen sollt, dass ein je­der physisch ihm nachfolgen sollte. Ent­schuldigt bitte, aber wie sollte man dann alle mit dem Lebensnotwendigen versor­gen?

Ihm nachzufolgen bedeutet, euren Willen seinen Wünschen unterzu­ordnen.

Nicht als ein Sklave – wohl gemerkt, sondern als Freund. Ihr werdet dies wei­ter an der Stelle finden, wo ich die Bibel aufgeschlagen habe: "Das ist mein Ge­bot, dass ihr euch untereinander liebet, gleich wie ich euch liebe." Und was spricht er weiter? "Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." Liebe kennt Dienen und Opfern. "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid, denn alles, was ich ha­be von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan."

Wann immer Meister kommen, so wollen sie euch nicht zu Sklaven machen. Sie sprechen euch als Freunde an, sodass ihr versteht, was sie sagen. Ein Knecht kann einen Freund nicht verste­hen; ein Freund kann einen Freund bes­ser verstehen. Daher machen euch die Meister nicht zu Knechten, sondern sie geben euch gleiche Rechte. Sie sagen: "Ich bin ein Mensch wie ihr. Dies sind meine Worte, bleibt in ihnen. Bleibet in ihnen und ihr bleibt in mir." Empfäng­lichkeit wird entwickelt, wenn ihr nach dem lebt, was die Meister sagen; da­durch bleibt ihr im Meister. Er nimmt euch als Gleichberechtigte, als Seine Freunde.

Ihr wisst, was mit dem Wasser des Le­bens oder dem Brot des Lebens gemeint ist. Und wie könnt ihr daran teilhaben? Nur indem ihr Empfänglichkeit ent­wickelt: "Wie du denkst, so wirst du." Wenn Er das fleischgewordene Wort ist, dann wird das Wort in dir einkehren. Das Wort in Ihm wirst du essen, nicht das Fleisch des Körpers.

Diese Dinge werden euch in Form von Gleichnissen gegeben, um euch beim Verstehen zu helfen. Ein reines Leben ist erforderlich. Wenn ihr nicht nach seinen Worten lebt, wenn ihr nicht festhaltet an seinen Äußerungen, dann könnt ihr die erste Stufe nicht erreichen. Und ihr könnt die zweite Stufe nur erlangen, wenn ihr lernt, in Ihm zu bleiben.

Der Meister zeigt auf, dass der ganze Vorhang, der zwischen Gott und uns be­steht, das Gemüt ist. Die Seele ist von derselben Natur wie die Gottes; sie steht jedoch unter der Kontrolle des Gemüts, und das Gemüt wiederum wird durch die nach außen gerichteten Sinne zu den Dingen im Äußeren hingezogen, und wir verfallen den äußeren Vergnügungen. Ihr könnt daher dieses Brot des Lebens nicht eher haben, als euer Gemüt zur Ruhe kommt. Ihr werdet es in den Schriften geschrieben finden: "Werdet ruhig, physisch, im Gemüt und im Ver­stand." Wenn ihr das tut und erkennt, "dass ihr Gott seid", dann werdet ihr herausfinden, dass das Gemüt der Vor­hang zwischen uns und Gott ist. Ein Hei­liger sagt: "Wenn du die Absicht hast, Gott zu erkennen, wenn du den festen Willen hast, Gott zu erfahren, dann set­ze nur einen Fuß auf dein Gemüt, das wird es zur Ruhe bringen. Mit dem nächsten Schritt, den du tust, wirst du das Haus deines Vaters betreten." Das Gemüt ist also der Vorhang oder das Hindernis, das zwischen Mensch und Gott liegt.

Wie können wir das Gemüt von außen zurückziehen? Die nach außen gehenden Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut sind die fünf Sinnesorgane, durch wel­che die fünf Sinne arbeiten: das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Ta­sten. Durch sie erhalten wir ständig Ein­drücke von außen. Das unterbewusste Sammelbecken unseres Gemüts fließt über von diesen Eindrücken. Selbst in den Träumen sehen wir sie. Ohne es zu wissen, geben wir genau die Dinge wie­der, von denen unser Inneres überquillt.

Wie sollen wir also das Gemüt von den nach außen gerichteten Sinnen zurück­ziehen? Wir wissen, dass wir es nur errei­chen, indem wir es zur Ruhe bringen!

Um das Gemüt zum Schweigen zu bringen, gibt es unzählige Wege. Bisher haben wir Gott in äußeren Dingen ge­sucht. Aber "das Reich Gottes kann nicht durch die nach außen gehenden Sinne erlangt werden; es ist in dir." So­lange euer Streben mit den nach außen gehenden Sinnen verbunden ist, könnt ihr Ihn nicht finden. Nur wenn ihr die Seele befreit, indem ihr sie vom Gemüt loslöst, und das Gemüt von den nach au­ßen gehenden Sinnen zurückzieht, könnt ihr erkennen, wer ihr seid und was ihr seid. Dann kommt ihr mit dem Elixier des Lebens oder dem Wasser des Le­bens, das bereits in uns ist, in Kontakt. Der hemmende Faktor ist lediglich das Gemüt. Wenn das Gemüt durch die nach außen gehenden Sinne ins Äußere gelenkt wird, werden wir weltlich; wird es nach oben zur Seele geführt, werden wir spirituell. Das ist es, was wir auf dem Weg zu Gott lernen müssen.

Gott ist die Seele unserer Seelen. Er ist jene Kraft, die uns im Kör­per kontrolliert.

Das ist der natürliche Weg, entspre­chend der Eigenschaft des Gemüts. Wenn ihr in Versunkenheit sitzt und eure Aufmerksamkeit, die der Ausdruck der Seele im Körper ist, ganz vertieft und von einer Sache in Anspruch genommen ist, dann arbeiten eure nach außen ge­henden Sinne nicht. Diese Sinne nehmen also ihre Kraft von der Aufmerksamkeit, wenn sie mit den Sinnen verbunden ist. Ähnlich bekommt das Gemüt auch seine Stärke von der Seele. Wenn ihr völlig versunken seid, werdet ihr merken, dass euer Gemüt nicht tätig ist: ihr kommt ins Träumen.

Es ist also das Gemüt, das uns auf dem Weg zurück zu Gott im Wege steht. Der Meister sagt: "O Gemüt, sei still! Du möchtest einen Tropfen vom Wasser des Lebens haben, vom Licht- und Tonprin­zip Gottes. Du kannst damit in Verbin­dung kommen, wenn du Körper und Verstand zur Ruhe bringst." Es ist be­reits in uns. Das Gemüt ist wie eine schmarotzende Pflanze, die einen gewis­sen Teil eines Baumes bedeckt hat, und jener Teil, über den sie sich ausgebreitet hat, ist dürr geworden. Jene schmarot­zende Pflanze verdankt ihr ganzes Leben den Zweigen, auf denen sie sich ausbrei­tet. Auf ähnliche Weise nimmt das Ge­müt seine Kraft von der Seele und hat die Seele überdeckt. Daher sind wir nicht in der Lage, Gott zu sehen.

Was sollten wir tun? Die Meister sa­gen uns, wir sollten unser Gemüt kon­trollieren. Und was wird uns dabei hel­fen? Die Meister sagen: "Welche Unzu­länglichkeiten ihr auch haben mögt, Ge­walt, Hass, Lügen und andere Leiden­schaften, gebt diese Schwächen auf." Statt dessen tut das Gute: an Stelle von Hass habt die Tugend der Liebe. Statt Ärger besitzt die Tugend des Verzeihens. Und wenn ihr unreine oder lüsterne Ge­danken habt, habt die Tugend der Keuschheit. Nehmt das Gute an und lasst ab vom Schädlichen. Als Zoroaster ge­fragt wurde: "Was sollen wir tun?" ant­wortete er: "Tretet ein in die Armee Got­tes." Und auf die Frage: "Welche Quali­fikation ist dafür erforderlich?" sagte er: "Rechtschaffenheit." Und sie fragten: "Was ist Rechtschaffenheit?" Und er definierte es so: "Gute Gedanken, gute Worte und gute Taten."

Ein ethisches Leben ist das Sprungbrett zur Spiritualität.

"Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Lebt tugendhaft und legt alle Laster ab. Das wird euch helfen, euer Gemüt für ei­nige Zeit unter Kontrolle zu halten. Wann immer ihr unrecht getan habt, be­reut es. Wascht es weg mit den Tränen der Reue. Das ist der Weg, wie er von al­len Meistern vorgeschrieben wurde, die in der Vergangenheit kamen, und wir sollten danach leben.

Im allgemeinen werdet ihr feststellen, dass wir voll von Leidenschaften sind: Gier, Lügen, Täuschung, Anmaßung der Rechte anderer, unreine Gedanken und schlechtes Denken über andere. All diese Dinge füllen den menschlichen Körper ständig mit Schmutz und Unrat an. Wie könnt ihr erwarten, dass ein Kö­nig einen Ort – eine Hütte, die voller Schmutz und Unrat ist, betreten wird?

Deshalb sagen uns alle Meister, dass wir ein reines Herz haben müssen. Ihr reinigt euren Körper und wascht ihn äußerlich. Das ist recht so: "Reinlichkeit kommt gleich nach Frömmigkeit." Wenn aber dieser ganze Schmutz und Gestank in eu­rem Inneren liegt, so solltet ihr auch den Körper innerlich reinigen. Das ist es, was alle Meister sagen. Kabir sagte: "Selbst wenn ein Fisch in den heiligsten Fluss – den Ganges – kommt, verliert er nicht seinen schlechten Geruch."

Wesentlich ist nicht allein die Reinheit des Körpers, sondern die innere Reinheit des Herzens.

Wie man diese innere Reinheit erlan­gen kann, habe ich euch nun dargelegt. Wir benützen Schönheitsartikel für un­seren Körper, die alljährlich Millionen von Dollars kosten. Aber es ist nicht die äußere Reinheit, die die Aufmerksam­keit Gottes anziehen wird. Es ist die in­nere Reinheit.

Gott ist auf der Suche nach einem heiligen Ort – einem Herzen – voller Liebe, voll von Gedanken an Ihn!

Unsere Herzen jedoch sind voll von weltlichen Gedanken. Wir denken schlecht von anderen und handeln schlecht, indem wir uns die Rechte ande­rer anmaßen, indem wir sie bis aufs Blut schröpfen, lüsterne Gedanken und Hassgefühle haben. Wir müssen unsere Her­zen rein halten. Was ihr tun müsst, habe ich gerade aus der Bibel zitiert.

Ihr sollt ein "Gurmukh" werden.

Das Wort "Gurmukh" bedeutet: be­halte immer deinen Meister vor Augen. Wenn Er dich initiiert, dann gibt Er dir eine kleine Erfahrung vom Wasser und Brot des Lebens. Von diesem Augen­blick an wohnt Er in dir und verlässt dich nie. Dies ist die Christuskraft in Ihm, die Gotteskraft oder Gurukraft, die niemals stirbt. Er verlässt euch nie. Christus sprach: "Ich werde euch nicht verlassen bis zum Ende der Welt." Und alle Mei­ster sagten: "Es ist Gott in diesem Men­schensohn, der der wahre Meister ist." Wenn Er sich um jemanden annimmt, dann verlässt Er ihn nicht, bis er ihn zu den Füßen des Vaters gebracht hat.

Kommt in Verbindung mit Gott und bleibt immer auf Ihn ausgerichtet, so wie eine Kompassnadel stets nach Norden zeigt. Denkt immerzu an die Gnade des Meisters. "Wie du denkst, so wirst du." Der Meister ist Gott, der sich im menschlichen Pol manifestiert. Wir ha­ben Achtung für den menschlichen Pol, in dem diese Kraft wirkt. Trotzdem wer­det ihr finden, dass alle Meister zwischen zwei Dingen unterscheiden: nämlich zwi­schen dem Menschensohn, und dem Christus im Menschen.

Lebt entsprechend Seinen Worten, und ihr werdet die Wahrheit finden; die Wahrheit, die in Licht gehüllt ist; die Wahrheit, die die Symphonie der Musik aller Harmonien ist, die der äußere Aspekt der zum Ausdruck kommenden Gotteskraft ist und als das WORT bezeichnet wird

"Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Dies ist der Weg, und es ist gleichgültig, ob ihr der einen oder anderen Religion angehört. Bleibt dort! Der Mensch ist ein soziales Wesen und er muss in irgendeiner sozia­len Gemeinschaft bleiben. Ihr vollführt gute Handlungen dort, und ihr werdet die Auswirkungen des Guten bekom­men. Aber Gott zu erkennen bedeutet, teilzuhaben am Wasser des Lebens und am Brot des Lebens, welches euren Durst und Hunger für alle Zeiten stillen wird. Das heißt, mit der Gotteskraft in Kontakt zu kommen, die das Licht- und Tonprinzip ist. Das erhaltet ihr als Ge­schenk des Meisters.

Dies ist das heutige Thema. Ich meine, das wird ausreichen, wenn ihr danach lebt. Die Meister kommen niemals, um eine Religion aufzuheben oder eine neue zu gründen. Sie sagen: "Die Wahrheit besteht bereits. Ihr müsst beginnen da­nach zu leben. Wenn ihr dementspre­chend lebt, so wird alles in Ordnung sein." Ich danke euch.